Panamericana 2013

… irgendwo zwischen Alaska und Feuerland

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Ab nach Hause…

HOME SWEET HOMEWir sind nun schon seit mehr als zwei Monaten zurück in Deutschland und wir möchten euch kurz wissen lassen wie es uns hier geht und wie wir die letzen Tage in Mexiko erlebt haben.

Die letzten Tage in Mexiko waren sehr stressig. Haben wir alle Unterlagen für unseren Flug? Haben wir alle Unterlagen für Lissy? Heilt ihre Kastrationswunde noch vorm Abflug? Haben wir alles eingepackt und nichts im Auto/Hänger vergessen?

Wir verabschieden und von Peka, Pedro und Anna – den neuen Adoptiveltern von unserem Eichhörnchenfindelkind – und düsen Richtung Paamul, wo wir unser Auto und Anhänger für mehrere Monate abstellen werden. Die Suche nach einem geeigneten Unterstand war nicht einfach aber wir wurden fündig. Wir haben noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen und die Zeit rennt davon. Die 1,5-stündige Fahrt von Cancun nach Paamul verfliegt und unsere Aufregung steigt. Wir geben Auto und Anhänger ab, bestellen uns ein Taxi zum Flughafen in Cancun und brummen fast die gesamte Strecke wieder zurück. Meine Aufregung steigt von Minute zu Minute, was auch Lissy spüren kann. Logo! Sie will nicht einmal auf dem Boden im Taxi liegen sondern lieber auf meinem Schoß. “Na gut. Ausnahmsweise”;)
Am Flughafen angekommen rennt Jan zur Information und erkundigt sich in Sachen “Flug mit Hund”. Wir wussten zwar von der Tierärztin, dass wir drei Stunden vor Abflug da sein sollten, hatten aber leider nur noch zwei. “Egal. Das wird schon!”, musste ich mir einreden.
“Wir sollen mit dem Telefon, das hier an der Wand hängt, im Flughafen anrufen, dann kommt jemand raus!“ erklärt mir Jan. Alles klar. Ich rufe an und gebe bescheid , dass wir mit Hund nach Deutschland reisen. Nach 10 Minuten kommt eine freundliche Dame auf mich zu und nimmt mich mit in die hintersten Katakomben vom Flughafengebäude. Hier mussten viele verschiedene Zettel ausgefüllt werden und nach ca. einer halben Stunde wurde ich entlassen und musste irgendwie alleine zurück finden. Soweit, sogut. Nun müssen wir nur noch einchecken und Lissy die Beruhigungstabletten verabreichen. Es dauert nicht lange und sie wird schläfrig, versucht aber dennoch wach zu bleiben.
Der 11stündige Flug kommt mir eher vor wie 22 Stunden. Die Zeit vergeht nicht und schlafen kann ich auch kaum. Aber auch wenn es mir lange vorkommt, erreichen wir nach 11 Stunden deutschen Boden. Der erste Ziel ist die Sperrgepäckausgabe – hier soll Lissy ankommen. Der erste Hunde rollt vom Band. Der Zweite und Dritte. Ein Kinderwagen. Ein Roller… dann nichts mehr! “Lissy ist nicht dabei!”, denke ich und mir wird ganz anders! Aber dann rollt auch sie vom Band. Sie guckt ein wenig verwirrt und heult gleich los als sie uns erkennt, ist aber scheinbar wohl auf.
Nachdem wir uns auch unsere Koffer geschnappt haben, geht’s zum roten Eingang “zu verzollen”. Wir sind bestens vorbereitet, haben alle Unterlagen von Lissy griffbereit und warten auf den Zollbeamten. Dieser erklärt uns kurz und knapp: “Ach, ich wollt mir bestimmt alle Unterlagen zeigen. Aber das will ich alles gar nicht sehen. Mich interessiert nur die Tollwut Impfung. Ob der Hund Schnupfen hat oder Husten ist mir ganz egal!”.
Wow! Damit hatten wir nicht gerechnet. Wir haben sogar gehört bzw. gelesen, dass es am Zoll bei Einreise mit Hund länger dauern kann. Für uns war es total easy. Nach nicht mal 1 Minute waren wir fertig und wurden von Familie und Freunden ganz herzlich empfangen. Ein Moment auf den ich mich seit Buchung unseres Fluges gefreut hatte. Ich konnte allerdings kaum wahrnehmen was passiert und wer alles hier war. Die 10 Minuten der Begrüßung sind einfach an mir vorbei geflogen. Danach gab es bei meinen Eltern noch eine kleine Begrüßungsfeier mit Kaffee und Kuchen wo ich dann endlich begreifen konnte, dass wir wieder “zu Hause” sind!!!

Unser “zu Hause” für die 4 Monate Sommerpause ist der 2. Stock meiner Eltern. Somit halten wir die Mietkosten gering und haben keinen Stress eine neue Wohnung zu suchen und einzurichten und nach kurzer Zeit wieder auszuziehen. Das würde sich nicht lohnen.

Auch für Lissy ist das Haus meiner Eltern perfekt. Es liegt in einem Ort, direkt neben Wiesen und Feldern und einem kleinen Fluss. Sie ist, behaupte ich mal, sehr zufrieden hier . Bei Spazieren gehen trifft sie jedes mal neue Hundefreunde und liebt es wild zu toben. Die Sozialisierungs Phase ist in Mexiko leide viel zu kurz gekommen, hat ihr aber glücklicherweise nicht geschadet. Ganz im Gegenteil. Sie versteht sich mit Jedem und bisher ist auch jede Mensch und jede Hund ganz toll ! -Von wegen Wachhund!
Außerdem ist sie hier nicht der einzige Hund im Haus. Sie kann sich mit Kira, dem Hund meiner Eltern, die Zeit vertreiben – was Kira allerdings nicht so sehr zu schätzen weiß. Mit ihren 12 Jahren mag sie es lieber ruhig und leise – das komplette Gegenteil von Lissy also. Trotzdem kommen die Beiden gut miteinander aus.
Nun zu uns: Die erste Woche war eine Eingewöhnung ans deutsche Leben aber nicht im negativen Sinn. Wir freuen uns über ein eigenes Bad, ein festes zu Hause, kühle Nächte und natürlich ganz besonders auf Familie und Freunde. Nachdem der Besuchs Marathon in den ersten zwei Wochen abgeschlossen war, mussten wir uns natürlich fragen, ob wir für die wenigen Monate arbeiten möchten/müssen. Die Antwort für mich war schnell klar. JA!

Für Jan war es, wegen seiner Idee sich selbstständig zu machen, ein wenig schwieriger. Demnach genießt er nun die Zeit des Nichtstuns in Deutschland und kümmert sich um Haus, Hof und Hunde, während ich seit 3 Wochen wieder arbeiten gehe. Vom “Nichts tun” hatte ich erst einmal genug, wollte mich mal wieder “nützlich” machen und natürlich Geld verdienen.
Ich habe zum Glück schnell einen Job gefunden der sogar auf drei Monate befristet ist – perfekt also.
Ende September ist schon wieder Schluss und die Reise kann weiter gehen!
Wir wollen zurück nach Mexiko und südlich bis Panama fahren. Vor uns liegen Belize, Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Panama. Es gibt also noch einiges zu sehen!

Das “geregelte Leben” in Deutschland war für uns nie der Grund die Reise zu starten demnach haben wir mit den Regeln und der deutschen Lebensweise auch kein Problem. Ganz im Gegenteil – ich bin sogar froh, dass sich die meisten Menschen an die Verkehrsregeln halten und man sich jederzeit und überall (zumindest hier wo wir leben) frei bewegen kann. Auch die Suche nach einem Nachtplatz vermisse ich nicht wirklich 😉
Die Auszeit des “Abenteuers” – ständig was Neues sehen und erleben – tut momentan sehr gut aber wir freuen uns trotzdem schon auf die Weiterreise.
Die einzige, ungeklärte und für uns schwierige Frage ist: Ob wir Lissy mitnehmen werden. Es gibt Pro und Kontra und wir sind noch am Überlegen.

Bis demnächst!!!!
Lissy, Jan und Mona

P.S. Leider mussten wir heute von den Adoptiveltern unseres Eichhörnchens erfahren, dass es bei einem “Kampf” mit einem Leguan verstorben ist L