Panamericana 2013

… irgendwo zwischen Alaska und Feuerland

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Geburtstag ohne Party und Tiere in Not

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Findelkind Pedro

Wir hatten uns auf Tulum gefreut denn letztes mal, als wir mit meiner Schwester hier waren, standen wir an einem Traumstrand auf einem schönen Campingplatz und Lissy konnte herum toben. Diesmal wollten wir dort nicht hinfahren, denn die Straße ist für den Anhänger zu holprig. Für die knapp 5km hätten wir sicher Stunden genbraucht. Auf den anderen Campingplätzen ist Lissy nicht erlaubt oder es ist unverschämt teuer.

Es wird später und später und bereits dunkel. Wir sind schlecht drauf. Morgen ist Jans Geburtstag und wir stehen eventuell auf dem Supermarkt Parkplatz?! Nein, das kann doch nicht sein. Wir finden zum Glück noch ein Plätzchen auf einem Campground, eigentlich nur für Zelte, aber wir dürfen auf dem Parkplatz stehen, zahlen aber trotzdem den regulären Preis. So schlecht ist es gar nicht. Zum Strand ist es nicht weit, es gibt saubere Toiletten und Duschen.

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“Las Palmas” Camp in Tulum

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Der Strand morgens um 7 Uhr

Lissy findet es besonders toll, denn sie hat einen lieben Hunde-Freund gefunden. Sie vertragen sich auf Anhieb und er folgt direkt mit an den Strand für den Morgenspaziergang.

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Sie spielen stundenlang.

Wir taufen ihn kurzerhand Petro. Er hört aufs Wort, macht Sitz und gibt Pfötchen. Doch als wir schließlich fahren wollen, springt er plötzlich auf den Beifahrersitz – und dort ignoriert er jegliche Aufforderung wieder rauszusteigen. Wir würden ihn im Grunde sofort einpacken und adoptieren, aber er gehört einem Mann hier am Strand – der kümmert sich zwar nicht sonderlich, aber immerhin hat er ein Zuhause. Außerdem hätten wir dann zwei Hunde und doppelt so viel Arbeit und Kosten. Wir entscheiden und schweren Herzens ihn aus dem Auto zu werfen und ihn zurück zu lassen. Es war nicht leicht, aber musste sein.

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Lissy: “Oh Jaaaa. Du kommst mit uns?!!!!”

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Pedro: “Ja. Ich mach mich doch ganz gut hier!”

Tulum hat uns wegen dem “Hundeverbot” und den unverschämt teuren Preisen die Laune vermiest, also fahren wir weiter nach Akumal. Hier ist alles mit Hotels und Wohnungen verbaut und die wunderschöne “Yal Ku” Lagune ist auch nur ohne Hund zu besuchen. Die Laune wird nicht besser. Wir fragen uns, ob es eine so gute Idee war, uns einen Hund anzuschaffen, sind aber gleichzeitig froh, dass wir Lissy adoptiert haben. Außerdem ärgert es uns, dass Camping scheinbar ausstirbt und gegen große Hotelbunker nicht mehr ankommt. In Akumal ist also auch nichts zu holen – weiter geht’s zu einem Campingplatz ein wenig nördlicher. Schon am Eingang lesen wir das Schild “no mascotas”. “F*** Wir sind doch schon schlecht drauf!” Wir erklären, dass Lissy ganz lieb ist und wir sie anleinen werden und dürfen rein – für eine zusätzliche Hunde-Gebühr. Frech, aber was sollen wir machen?
Dafür ist der Strand grandios – keine Frage! Es gibt auch ein Restaurant und wir gönnen uns zu “Feier das Tages” einen Cappuccino Frappee mit Kuchen und Eis. Nun sitzen wir hier in unserem Schaukel-Barhockern und überlegen… was erwarten wir von der Reise? Wohin wollen wir? Wie weit? Wie viel Geld bleibt noch? Viele Fragen – keine Antworten, aber dabei auf ner Schaukel zu sitzen und ins Meer hinaus zu schauen hat schon was! 🙂

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Sobald wir aus Sichtweite der Security sind, darf Lissy ohne Leine laufen!

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Wir bleiben und zahlen 🙁

Wir treffen erneut auf Christa und Peter aus Deutschland und auf eine Familie aus Kanada, die mit Hund im Mercedes Sprinter unterwegs sind. Obwohl der Platz nicht sehr schön ist, verschlägt es Reisende hier her, denn viele andere Möglichkeiten gibt es leider nicht.
Hier treffen wir außerdem auf unser Findelkind Pedro – ein Eichhörnchen Baby. Er scheint vom Baum gefallen zu sein. Ein Mexikaner nimmt ihn vom Boden und meint, dass er ihn besser mitnähme, denn er würde von den Leguanen und Hunden aufgefressen. Nach 5 Minuten kommt er zurück und setzt das kleine Vieh wieder auf den Boden. Komisch! (Vielleicht hat ihm seine Frau den Vogel gezeigt… )Und nun?
Wir können den Kleinen ja nicht einfach hier zurück lassen! Also packen wir ihn in einen Pappkarton und düsen mit ihm zur Tierärztin. Wir haben, als meine Schwester uns hier besucht hat, eine sehr gute Ärztin in Playa del Carmen gefunden und waren uns einig, dass wir Lissy hier kastrieren lassen möchten. Somit können wir Pedro checken lassen und gleich den OP Termin für Lissy vereinbaren. Die Praxis heißt: “Clinica Veterinaria Playa del Carmen” und die Ärztin ist Dr. Claudia Lewy, sie spricht perfekt english und war uns sofort sympathisch. Im Vergleich zu den sogenannten Tierärzten in Mexiko ist sie die erste Ärztin, die ich als solche bezeichnen würde. Die Praxis erinnert an deutschen Standart. Es ist sauber, sie hat nette Helferinnen, einen OP-Raum und ein Behandlungszimmer. Eine Seltenheit in Mexiko!
Pedro ist scheinbar gesund, er wird entwurmt und bekommt Babybrei. Wir müssen für die kleine Untersuchung nichts zahlen und bekommen sogar einen kleinen Käfig zum ausleihen bis wir etwas passendes gefunden haben. Nun heißt es: Babybrei, Milch und kleine Spritzen kaufen, damit wir den Kleinen füttern können. Er ist noch sehr ängstlich! Wir haben also eine neue, große Aufgabe!
Den O.P Termin haben wir auch vereinbart. In vier Tagen ist es soweit. Ich darf gar nicht daran denken…. armes Lissy Mäuschen 🙁

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Noch total erschpöft beim Tierarzt

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Lissy findet es spannend und hat ihn “zum Fressen gern”

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Pedro

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Ein kleines Täschchen zum Verstecken und Einmurmeln

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Wildtierfütterung!

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Danach: Bauch kraulen. Ganz wichtig bei kleinen Hörnchen.

Die heutige Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz direkt neben dem Platz von gestern. Dietrich und Vera, ein ganz nettes Paar aus Deutschland begrüßen uns ganz lieb. Sie haben sich hier niedergelassen und helfen dem mexikanischen Campingplatz-Inhaber den Platz zu verwalten. Trotz der netten Nachbarn lässt uns die unerträgliche Hitze und das sehr salzige Wasser in den Duschen schon nach zwei Nächten weiter reisen.

Unser Ziel: Paamul. Ein Campingplatz den wir schon kennen. Hier gibt es wieder “alles was wir brauchen” inkl. WiFi, (warmen) Duschen, Swimmingpool, Strand, Schatten und Wind! Hier bleiben wir bis Lissy operiert und wieder fit ist . Die Zeit schlagen wir mit Spaziergängen zum einsamen Strand, Berichten schreiben, Büchern lesen, Pedro zugucken und relaxen tot 🙂
Außerdem steht ein erneuter Besuch bei der Ärztin an, denn unser kleiner Nager hat Krabbeltierchen im Fell – die wir natürlich schnellstmöglich los werden wollen. Claudia gibt uns neben der Flüssigkeit gegen die Tierchen, kurzerhand noch einen Buntspecht mit. Dieser ist gesund und munter und kann wieder ausgesetzt werden. Da wir nicht in der City wohnen, bittet sie uns ihn beim Campingplatz in einem bewaldeten Gebiet auszusetzen. Das machen wir natürlich gern!
Noch am gleichen Abend laufe ich zum Strand und finde ein Vogelbaby, das aus dem Nest gefallen ist. “Mensch! Was ist denn los? Sind wir nun zu Tierrettern auserkoren. Im Grunde eine schöne Aufgabe, aber wir können ja keinen Zoo mit auf Reise nehmen!”, denke ich mir.
Nun gut, da ich das Vögelchen nun mal entdeckt habe, kann ich es nicht einfach liegen lassen. Eine Leiter, um es zurück ins Nest zu setzen, können wir leider nicht besorgen, also binden wir aus einer halben Kokosnuss einen “Notsitz” an den Baum und wollen morgen früh weiter sehn.

Wir sind gespannt welches Tier als nächstes zu uns finden wird. 😉

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Buntspecht darf in die Freiheit zurück. Leider lässt er sich nicht blicken.

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Vogelbaby am Strand…

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…nach unserer Rettungsaktion in Kokosnuss am Baum…

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…doof nur, dass Jan sich bei der Aktion in den Finger geschnitzt hat…

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…damit der Schmerz nachlässt, läuft er danach gegen die Kante der Autotür!