Panamericana 2013

… irgendwo zwischen Alaska und Feuerland

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Ruine Bonampak. Auf dem Weg nach Palenque.

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Wanderung zur Bonampak Ruine

Nach 4 Tagen bei Xbulan-Ja geht’s weiter zum nächsten Ecoturismo Center, „Selva Lacandona“. Ich hatte davon im Internet gelesen. An der Rezeption steht sogar „Trailer Park“ und ganz groß „acampar“. Wasseranschluss und Stromanschluss gibt es allerdings nicht und der Platz ist einfach ein Parkplatz vorm Restaurant. Im Vergleich zu den letzen Tagen ist das hier weniger schön aber für eine Nacht soll es egal sein. Die Einheimischen tragen hier weiße Gewänder -sieht aus wie ein Bademantel- und lange Haare.

Uns wird gleich eine Tour in den Dschungel angeboten und Bilder der Strecke gezeigt. Das hätte der Guide lieber lassen sollten denn nachdem ich gesehen habe, dass es hier Schlangen und Spinnen und andere Viehcher gibt, war mir nicht mehr nach einer Dschungelwanderung. Ich weiß schon, dass es die Tierchen hier gibt aber ich muss es nicht unbedingt herausfordern denen zu nahe zu kommen. Außerdem würde Lissy, sobald es im Gebüsch raschelt, jedem Viehzeug hinterher rennen, was bei Schlangen und Spinnen keine gute Idee ist. Auch die Antwort auf meine Frage, ob es Krokodile im Fluss gibt, lautet: “Ja, aber die sind auf der anderen Seite.” Haha…na dann ist ja gut!!! 🙂 🙂 bzw. Gut zu wissen – ich werde mich hier also nicht abkühlen.

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Jan traut sich trotz Krokodile!

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Nicht so einladend wie Las Nubes

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Noch auf dem Weg: Stau…

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…Cowboys am Werk.

Lissy muss aber ihren Auslauf bekommen und toben , also gehen wir am nächsten Morgen zur Ruine „Bonampak“. Diese kann man nur zu Fuß oder mit Taxi erreichen. Autos sind auf der 9km langen Strecke zur Ruine nicht erlaubt. Das wird also unser Morgenspaziergang. 9km durch den Dschungel – aber auf einer breiten Straße und nicht mitten durch die Büsche. Wir organisieren schon am Eingang den Rücktransport per Taxi denn wir wollen sicher nicht noch mal 9km zurück laufen.
Komisch ist, dass wir das Taxi direkt zahlen müssen. Die Idee, dass wir bei Abholung zahlen findet der „Bademantel Mann“ nicht gut. „Naja was solls. Dann kriegt er halt das Geld und WEHE der holt uns nicht ab!“ sagt Jan.

Nach den ersten 800 Metern erreichen wir das “alte” Besucher Zentrum oder evtl. den alten Eingang? So alt sieht es gar nicht aus. Es ist nur nicht gepflegt ansonsten sehr schön und informativ. Die Info Tafeln sehen noch neu aus und die Wandmalereien sind auch toll. Wir wundern uns und rätseln warum der Eingang verlegt wurde wenn es doch eine tolle Anlage gibt. Der neue Eingang ist nicht mehr als ein Parkplatz mit hässlichen Toiletten.

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Da fragt man sich warum das Gebäude still gelegt wurde.

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Die Wandmalereien sehen noch sehr gut aus.

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Scheinbar gabs sogar mal extra Shuttle Busse…

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…diese Zeiten sind allerdings vorbei.

Der Weg zieht sich, es tut aber gut sich mal wieder zu bewegen. Die Ruine ist kaum besucht, nur ein kleiner Bus mit 10 Touristen ist außer uns hier – das wars. Um so komischer finden wir es, dass Lissy nicht erlaubt ist. Sie kann ja nichts zerstören! Die Dame an der Kasse bleibt hartnäckig – Hunde sind auf dem Gelände nicht erlaubt. Wir binden sie an einen Baum aber es dauert nicht lange bis sie jämmerlich heult worauf direkt vier wilde Hunde ankommen. „Super! Wir können sie also nicht hier lassen!“
Zuerst besucht Jan die Anlage, dann ich. Sie ist nicht sonderlich groß und unser Taxi kommt erst in einer Stunde also hat jeder eine halbe Stunde Zeit.

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Bonampak Ruine

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Hier gibt es noch eine gut erhaltene Stele…

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…mit sehr guten “Zeichnungen”

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Bonampak

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Bonampak

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Bonampak heißt übersetzt “bemalte Wände”…

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…dafür wurde die Ruine bekannt.

Pünktlich um 14 Uhr, wie vereinbart, stehen wir am Eingang und warten! Und warten! Und warten! Und sind stink sauer! Wir verfluchen den „Bademantel Mann“ der sich das Geld eingesteckt hat und kein Taxi schickt. Außer uns und der drei Souvenir Verkäufer ist niemand hier. Was nun? Wir warten weiter. Keiner hat Lust den ganzen Weg zurück zur laufen, Lissy erst recht nicht.

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Nach 9km ist auch Lissy K.O.

Und tatsächlich. Um 14:45 kommt das Taxi! Da wir dem Fahrer nicht mitteilen können wie sauer wir sind, frage ich ihn nur: Que hora es? (Wie viel Ihr ist es?)“. Er schaut auf die Uhr und grinst verlegen! Man, man… dass er nicht pünktlich ist, ist die Eine Sache aber, dass er sich nicht entschuldigt die Andere.
Wie auch immer, wir holpern in einem Affenzahn zurück. Lissy soll eigentlich auf den Boden aber es ist so ein wahnsinniges Geschaukel, dass sie  nach den ersten 10 Metern auf meinen Schoß flüchtet.

Weiter geht’s! Wir wollen bis Palenque. Es wird grau und fängt an zu regnen. Nein, es regnet nicht nur, es stürmt. Bäume liegen auf den Straßen, ganze Palmen wurden ausgerissen und wir sehen auf den folgenden 150km drei Unfälle. Einer davon war ein großer Rindertransport. Die Rinder haben sich sicher alle Knochen gebrochen. Wir sehen im Vorbeifahren wie mehrere Männer die umgefallenen Rinder auf Pick Ups verladen und hoffen, dass die armen Vierbeiner nicht mehr lange leiden müssen. Kein schöner Anblick!!!
Der andere Unfall ging wesentlich glimpflicher aus. Ein viel zu hoch beladenes Auto wurde wahrscheinlich von der Straße gepustet und muss, im Graben liegend, seine Ladung -Plastikstühle und Kisten- einsammeln.
Der Regen wird stärker und der Wind macht uns ein wenig Angst. Wir überlegen im nächsten Kaff anzuhalten und zu warten, haben aber Glück denn das Gewitter flacht ab. Kurz vor Palenque dann Stau! Wir gehen von einer Straßenblockade aus. Diese Strecke ist bekannt für Blockaden. Aber auch hier haben wir Glück. Es ist keine Blockade sondern der dritte Unfall für heute. Ein Taxi welches wohl zu schnell in die Kurve gefahren ist (nicht sehr verwunderlich in Mexiko) wird total kaputt auf den Abschleppwagen verladen.

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Gefährliches Unwetter.

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Überall liegen Äste oder ganze Baumstämme auf den Straßen.

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Ein Besuch beim Krokodil Reservat…

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…campen war grundsätzlich erlaubt aber nicht mit Hund.

Das Unwetter hat auch was Gutes. Es hat von 38 auf 20 Grad abgekühlt. Perfekt!
Wir fahren auf den „Maya Bell“ Campingplatz und stehen auf einer großen, grünen Wiese mit Wasser- und Stromanschluss, sauberen Toiletten und heißen Duschen. Neben uns parkt ein Wohnmobil mit deutschem Kennzeichen.  Christa und Peter sind damit unterwegs und ebenfalls auf dem Weg in den Süden.